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Aachen

Ahha ist altgermanisch, bedeutet Wasser und wird wie Acha ausgesprochen. Daraus leitete man den Stadtnamen Aachen ab. Denn vor der Erbauung des Doms war die Stadt besonders für ihre schwefelhaltigen, heißen Quellen bekannt. Karl der Große wählte den Ort zu seiner Residenz inklusive Kaiserpfalz mit Palast und Pfalzkapelle. Letztere werden heutzutage durch Rathaus und Dom verkörpert. Nachdem 936 n.Chr. Otto I. in Aachen zum ostfränkischen König gekrönt wurde, war die Stadt für die folgenden 600 Jahre Krönungsort für insgesamt 31 deutschen Königen.

Einen entscheidenden Wirtschaftszweig stellte ab 1258 die Tuchfabrikation dar. Zudem wurde Aachen durch ein reichhaltiges Erzvorkommen besonders im 16. Jahrhundert zu einem Mittelpunkt der europäischen Messindustrie und Kupferverarbeitung. Nach dem Stadtbrand 1656 wurde die Stadt durch den Lütticher Badearzt Francois Blondel zu einem modernen Badeort ausgebaut, der neben dem Kurbetrieb auch ein Casino und Ballsäle beherbergte. Das Modebad übte eine große Anziehungskraft auf die damalige Prominenz Europas aus, sodass zum Beispiel König Friedrich der Große oder Komponist Georg Friedrich Händel Aachen einen Besuch abstatteten.

Der erste Weltkrieg hatte zur Folge, dass Teile des Aachener Hinterlands in belgische Hand fielen und in der Zwischenkriegszeit kam es zu zunehmenden Schmuggelaktivitäten an den Grenzen zu den Niederlanden und Belgien. Der zweite Weltkrieg verursachte eine Zerstörung von 65% des Aachener Wohnraums. Durch die Gebietsreform von 1972 wurde das Stadtgebiet durch sieben Eingemeindungen mehr als verdoppelt, sodass es schließlich 237108 Einwohner beherbergte. 2009 wurde Aachen schließlich von der Bundesregierung mit dem Titel „Ort der Vielfalt“ geehrt.