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Der Lousberg

Gemäß einer Aachener Sage wollte der Teufel den Aachener Dom mit tonnenweise Nordseeküstenstrand verschütten, nachdem er beim Bau des Doms hereingelegt worden war. Dabei war ihm als Gegenleistung für viel Gold die Seele des ersten Lebewesens versprochen worden, das den Dom betrat. Statt einer menschlichen Seele erhielt der Teufel aber die eines Wolfes, der in den Dom gejagt worden war. Nach diesem Betrug wollte sich der Teufel durch das Verschütten des Doms rächen. Da die Sandsäcke sehr schwer waren, legte der Teufel eine Verschnaufpause ein und fragte eine ältere, ärmlich gekleidete Frau, wie weit es noch bis Aachen sei. Diese erkannte am Pferdefuß und Schwanz, dass es sich um den Teufel handelte und erzählte ihm, dass sie ihre verschlissenen Schuhe ebenso wie ihr steinhartes Brot auf dem Aachener Markt neu gekauft hätte. Daraufhin war der Teufel über den weiten Weg so verärgert, dass er die sofort liegen ließ. Folglich ist der Lousberg laut der Sage durch die Klugheit der Marktfrau entstanden. Der Name ergibt sich, da „lous“ im Aachener Dialekt schlau bedeutet.

In der historisch-geologischen Variante ist der Lousberg in der Jungsteinzeit aus drei übereinander liegenden Schichten entstanden. Im Mittelalter ging vom Berg aus Gefahr aus, da die Aachener von dort aus belagert und beschossen wurden. Allerdings diente ihnen der Berg beim großen Stadtbrand 1656 auch als Zufluchtsort. 1807 begann die Bepflanzung des Bergs, sodass er nach und nach mithilfe der Spenden vieler Aachener in einen öffentlichen Landschaftspark umgewandelt wurde. Im selben Jahr wurde dort ein Obelisk errichtet, welcher den vom französischen Astronomen und Vermessungstechniker Oberst Tranchot berechneten trigonometrischen Punkt für die Landvermessung kennzeichnet.

Drei Jahre später entstand ein Rundtempel (griechisch: Monopteros) und das erste Belvedere-Restaurant. Nach dem Brand dieses Restaurants 1836 baute man ein neues größeres Belvedere, welches allerdings zusammen mit dem Monopteros im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Zwischen 1905 und 1907 wurde der Kerstensche Pavillon vom Annuntiatenbach zum Lousberg gebracht und bereicherte dort die Parkanlage. Schließlich wurde 1956 ein Wasserturm zur Versorgung der Bewohner der westlichen Wohnviertel erschaffen, welcher 1988 seinen Dienst beendete.